Wie können Quartiere und Nachbarschaften dazu beitragen, dass schwerstkranke und sterbende Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben können? Und was braucht es, damit Sterben, Tod und Trauer wieder stärker als gemeinschaftliche Aufgaben verstanden werden? Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung ist PALLAS in Berlin-Steglitz-Zehlendorf in den lokalen Beteiligungsprozess gestartet.
PALLAS bringt Palliativversorgung und Hospizarbeit mit den Strukturen einer „Caring Community“ zusammen. Neben professionellen Angeboten geht es deshalb um die Menschen und Orte, die den Alltag im Quartier prägen: Angehörige und Freunde, Nachbarschaften, freiwillig Engagierte, Vereine und Initiativen ebenso wie soziale Einrichtungen und kommunale Akteure. Gemeinsam soll erprobt werden, wie tragfähige lokale Netzwerke entstehen können, die Menschen auch bei schwerer Krankheit, am Lebensende und in Zeiten der Trauer nicht alleinlassen.
Steglitz-Zehlendorf wurde aufgrund seiner besonderen Altersstruktur als Modellstandort ausgewählt. Bei der Auftaktveranstaltung brachten Bürgerinnen und Bürger, Engagierte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kommune, Wissenschaft, Hospizarbeit und Palliativversorgung ihre unterschiedlichen Perspektiven ein. Diskutiert wurde unter anderem, welche Unterstützungsstrukturen bereits bestehen, wo Lücken wahrgenommen werden und welche Rolle Nachbarschaft und bürgerschaftliches Engagement künftig übernehmen können.
Die Ergebnisse bilden den Ausgangspunkt für den weiteren Beteiligungsprozess im Bezirk. Die Erfahrungen aus Steglitz-Zehlendorf werden im Projekt wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Ziel ist dabei nicht allein eine Verbesserung vor Ort: PALLAS will Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Caring Communities dazu beitragen können, den gesellschaftlichen Umgang mit schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer langfristig zu verändern.
